caro diario

jänner 2020 – toleranz üben
wo
freitag, 17. jänner 2020 – wien: herr specht bringt mir die weisse tasse ans bett zum telefonat mit sundee. manche wollen dunkelheit im badezimmer, andere einen laufenden föhn. ob ich als teenager schon organisiert war? man ist schon froh, wenn eine waschmaschine neun jahre gehalten hat. vom vierteltelefon zum normalen festnetz zum mobilen riesenbrocken zum smartphone. paris 1992 mit münzen zum hüttl; heute jederzeit gratis whatsappcall möglich. schön, dass die ö1app existiert, aber ich hätte noch ein paar verbesserungsvorschläge und würde lieber für sie zahlen als gis. in anlehnung an die guten vorsätze von andrea maria dusl nehme ich mir folgendes für 2020 vor:  mehr spazieren zu gehen, noch mehr postkarten und mit der hand zu schreiben, mehr musik zu hören und mehr am meer zu sitzen.
donnerstag, 16. jänner 2020 – wien: zink und vitamin c haben gewirkt. kieser. proppenvoll: das rote wien 1919 bis 1934 im musa. gut, dass ich mir die zeit (und cento) genommen habe. heller aufgenommen um später zu transkribieren und zitate zu speichern. habe das büro für mich allein wegen des handballmarathons. ich tauche ein in videos aus ’85 von live aid. every time that bass comes on I pray that it’s ‚under pressure‘ and not ‚vanilla ice‘. ibes wird interessanter. outlook darf nicht mehr durchgehend offen bleiben.
mittwoch, 15. jänner 2020 – wien: olivia am augarten ist nicht nur älter als gedacht sondern auch gebräunt vom kanaren-urlaub. der jänner ist der montag des jahres, finden manche. ich aber mag montage sehr. mit christiane in der kühlen aber sehr schönen aida-hutfabrik. wir sind die zwei erstaunten familienmitglieder. den anderen war möglicherweise gleich klar, dass eine entscheidung nicht viel zu bedeuten hat. luksch schlägt einen cortison-versuch vor. nutzt’s nix, schadt’s nix. in der schwemme arbeitet man nur zu zweit, aber immerhin bekommen wir ein snackchen. wo wohl der steinhauser sitzt außer ganz klein im pausenfoyer? neben uns der exzentriker mit der stola. die pferde sind bereit. grossartige ‚deponie highfield‘ von rené pollesch im akademietheater. besonders gut: kathrin angerer.  
dienstag, 14. jänner 2020 – wien: möglicherweise muss brudl jetzt aber wirklich und endgültig in den panzer steigen und mit augen zu und durch dem schrecken ein ende bereiten. kieser. zotter hat sich leider geirrt, sonst hätte ich gleich bei ihr neu angelegt.  auch hier sieht man, wie schlecht das ba-online-system ist. sogar bei mundhygiene helfen die airpods pro sehr. gegen zue nase soll zink und vitamin c wunder wirken. ich falle auf den slogan ‚wie ein pulli für die nase‘ rein in der annehme, sie werden weicher sein; nicht grösser. in der apotheke fast dreistellig. es gibt auch von mautner markhof honigsenf . 
montag, 13. jänner 2020 – wien: aus australien bekomme ich ein paar genauere einblicke in die situation und höre von mehreren seiten, dass es auch gutes zu berichten gibt. ‚on the bright side, tragedies always bring out the best in people also, well most people. it is the beautiful aspect of human beings who reach out to others in their time of need selflessly. there are many many instances of the kindness of people that brings tears to our eyes. my goddaughter told me there were people along the road who set up water stations and people putting up signs that they can use their toilet. others are offering accomodation free of charge for however long they need.‘ sagt verna. kieser. hellers ö1-gespräch mit renata schmidtkunz berührt mich sehr. ekad zahlung vierstellig. sollte aber für vierzehn monate halten. sundee, bleib so wie du bist! posch-theres not amused über den tag. pagrodame wie ausgewechselt. weljournale über lkw-fahrer aus osteuropa und über elektroautos hochinteressant. ibes langweiliger als wir es gewöhnt sind. 
sonntag, 12. jänner 2020 – wien: nase zu. ich bleibe zuhause. weihnachtsbaum entrötet und für nächstes jahr verstaut. wenn frank gillett (technology analyst for forrester) recht hätte mit „computer chips are making their way into other electronic products like earphones, which means that companies are likely to introduce innovations in wearable accessories .. two possibilities: earphones that monitor your health by pulling pulses from your ears, or earbuds that double as inexpensive hearing aids.“, könnte das manfred, mir und anderen helfen. auch wenn es  natürlich unhöflich aussehen würde.
samstag, 11. jänner 2020 – grado / wien: packen und halb entscheiden, dass eine rückkehr vor märz stattfindet. ruhige fahrt nach wien. die augen der katze poppen enorm wegen der sonneneinstrahlung. thermenfehler f22. boris mit maria retter in der kalten not. wir merken uns jetzt, was hinter dem türl zu tun ist. erstes familienmeeting ever. entscheidung gefallen und gut zu wissen, dass es angeblich niemandem schlecht gehen wird damit. in fünf jahren werden wir zurückblicken und wissen, wer recht hatte.
freitag, 10. jänner 2020 – grado: mit klodeckel zu maura. run bis zum tor. piscina-kaffee. sieben. sonnenbad. mehr als fünf zentimeter kommen weg. sara spricht mir ‚la madre degli ignoranti è sempre incinta‘ in justpressrecord. aperitivi im tergi und nachbesprechung camper-reise der vier menschen und acht pfoten. das nicht-weglegen-können der tausend anderen universen schafft unverständnis.
donnerstag, 9. jänner 2020 – venezia / treviso / grado: frauenpower bringt uns zur friedhofsinsel. die gräber auf san michele schauen alle in dieselbe richtung und werden nach fünfzig jahren aufgelöst. es gibt kein rücken an rücken. plastikblumen machen es  farbenprächtig. herr basso zeigt uns, bis wohin das hochwasser gegangen ist und verkauft mir wahrheiten zum älterwerden (growing old isn’t so bad considering the alternative). spaghetti in der glasschüssel mit handwerkern. wir genießen ‚drei tore in zwei minuten‘ am canale grande. das beste ist die abwesenheit anderer touristen. (16) nach fusina. landstrasse nach treviso. die clessidre sind auf urlaub. eine gasse mehr wiederentdeckt. prosecco und cichetti im san michele. so schließt sich der kreis.
mittwoch, 8. jänner 2020 – venezia: meine kleinen bepelzten freundinnen reiten ein ins do colonna und setzen sich ohne mit der wimper zu zucken, um sich dann um zwei euro ein glas wein zu bestellen, obwohl sie sicher seit jahrzehnten wissen, dass hier selfservice ist. so werde ich das ab siebzig auch machen.
dienstag, 7. jänner 2020 – venezia: beeindruckendes frühstücksbuffet zu lauten klängen, vornehmlich portugiesisch. der löwe ist kein architekturmodell. vor dem sprechenden angeschickerten ein sonnenmacchiato mit blick auf den nie leeren platz. interessante führung durch die kalten synagogen des jüdischen museums. die lockenköpfige guidin neidet den festlandbewohnerinnen haus, garten und auto. dass wir jemanden kennen, der nach venezia gezogen ist und arbeit gefunden hat, kann sie kaum glauben. hundertwassergarten eden angeblich geschlossen. ostaria la campana unverändert mit bestellung an der buddel. brudl stimmt mit mir überein, dass es kein tribunal werden darf.
montag, 6. jänner 2020 – grado / venezia: ob das wohl die numero verde ist, die man bei der roten ampel an der baustelle anrufen muss? alles läuft am schnürchen. wir finden den parkplatz am terminal fusina, fahren mit (16) bis zattere. agnes wartet schon beim palazzo veneziano. befana regatta bei der rialto brücke versäumen wir schlussendlich, entdecken aber neue wege parallel zum canale grande. pranzo mit pizzen in der birraria am san polo. die schwarze baustellen-hand, die das kind in treviso vermisst hat, ist in hier allgegenwärtig. die sonne kommt raus. die heiligen drei könige am markusplatz-uhrturm. mit agnes über zhao hanzhong zur officina ormesini auf einen prosecco. mit 5.1 durchs dunkle wasser nach zattere. l’eridità.
sonntag, 5. jänner 2020 – grado: kurzer lauf mit wind und desinteresse. sieben. samstag ist nicht amtstag, aber lustig. es ist fast zu warm in der sonne. salomons buch sehr sympathisch, heben wir uns aber für inselerkundungen auf. zeit zum addendum-lesen.
samstag, 4. jänner 2020 – grado: markt mit kleineren focenza. café im tergi weil hansel zu. massen an keifenden hunden. blinkist copy paste weil der siebente naht. besuch beim doch nicht nach lissabon reisenden andrea und seiner stark blutenden mutter. walk entlang canale genüsslich. ‚everything is figureoutable‘ hätte ich für falsches englisch gehalten, ist aber dann ein nettes büchlein von marie forleo.
freitag, 3. jänner 2020 – grado: goodbye schatzis, es war sehr fein. dass ‚kleider machen leute‘ von gottfried keller ist, hat mir lamls unterricht ins hirn gebrannt. lauf, sieben. jetzt essen wir mal weniger.
donnerstag, 2. jänner 2020 – grado / treviso: traumausflug in eine der feinsten städte italiens, in der das zurechtfinden wie immer herausfordernd ist. aperitivo beim fischmarkt. pranzo im odeon alla colonna (arkaden unter dem kanal). der weisse radicchio sowohl beim piatto tipico als auch in der lasagna köstlich. die wandmalerei mit den schaukelnden girls täuscht uns alle. fielmann-lesebrillen zum ausprobieren an der bar. zwei mal magnum für brudl am rückweg. kann ich nur noch lebensmittel zu mir nehmen, deren barcode yazio erkennt? qigong Cathrin schreibt und ich würde mich über ein wiedersehen freuen.
mittwoch, 1. jänner 2020 – grado: danke für alle guten neujahrswünsche. was für eine schöne jahreszahl! nicht-essbare glücksbringer werden wiederverwertet werden. boemo erwartet tausende spaziergänger. sie kommen auch alle in die sonne. reparaturaperol  im al porto (alice erfreut-erstaunt, dass ich weiß, wie optikerin gegenüber der apotheke heißt) und carbonara im superfreundlichen panino helfen bei der wiederherstellung des wohlbefindens. ‚my way‘ als tattoo auf der hand ist wenigstens originell. alle haben neuerdings superschicke brillen.

rückblick 2019
liebster mensch und bester krankenpfleger – herr specht
bald gerechter bedachter auto-, uhren- und bergeliebhaber – brudl
wieder genesene und bald vom muttersein sabbatical nehmende geduldigste recht-erklärerin – sista
beste telefonpartnerin und laa-zimmerteilerin – sundee
abwechslungsreichster egal-wohin-ausgeher und über-alles-reden-könner – ralf
bastelndste schenkerin und zukünftige wanderpartnerin rund um wien – claudia
telefonisch immer am laufenden bleibende atterseependlerin – alex
beruflich glückliche neudurchstarterin – bini
großzügigster kitzbühelfahrer – boris
positivst gestimmte hamburg-pendlerin – jutta
beste familen-fotos verschickende vierfachmutter – manne
wien-interessierteste spazierende woman of vienna – ronke
vielleicht bald mehr dankbarkeit fühlender wohnungsoptimierer – manfred
helfendster komplimentemacher – raffael
handwerklich begabteste op-näherin – dr. lehner-rothe
lässigste ultraschall-besitzende physiotherapeutin – olivia schmidjell
am lautesten lachende und unabhängigste wienbesucherinnen – sara & giulia
verliebteste bellissima figura machende elbanische mutter – alice
sanftester flinserlbestückter krankenbruder – andrea
spontanste und begeisterungsfähigste wandervögel – die schatzis
temporärste änderung – null = invent
stillstes neues haustier – der bosse-hase
beste nicht mehr wöchentliche frühstücksrunde – café samedi
lässigstes neues accessoire in der ow – sanduhr(en)
lässigstes neues accessoire in der viale del sole – sanduhr(en)
beste neue aussicht – meer & horizont wegen gestutzter bäume
kulinarisch exzellenter aber durchs hockerln auch leicht absurder 47er – dinner im showroom
schönste wanderung – brda
beste technik-anschaffung – iphone 11 pro max
größtes dejà vu – op im bauchbereich
überraschend hervorragende musik – spätes leuchten von andré heller
weiterhin bzw. wieder zu verbesserndste fortschritte – italienisch, run, sieben, kieser, radl- und wanderkondi
unausrottbarste unhöflichkeit – mobiltelefon während eines live-gesprächs benutzen.
originellster us-slogan für nächstes jahr – any functioning adult 2020
beste reise in neues terrain – süditalien
so fein, dass gleich 110 nächte – grado
concerto ottimo – jovanotti beach party
hervorragende businesslunch-überraschung – le ciel
viertbestes wohnzimmer – café engländer
spontanstes wohlbefinden – snoezelen
unnötigster schreck – papi in wiener neustadt
konstanteste aktion – photo booth, stylebook
spätester sonnenplatz mit getränk – spritz bianco in der bar al porto am 31. dezember
bestes motto – do more of what makes you happy
größte vorfreude – süditalien, die nächste.
rip: elisabeth, elizabeth t. spira, lotte tobisch, marie fredriksson, bruno ganz, karl lagerfeld, luke perry, doris day, niki lauda, karel gott, andrea camilleri, danny aiello, peter matic, guillermo mordillo, joao gilberto.