André Hellers „Spätes Leuchten“: Ein fliegender Klangteppich

Nach 35 Jahren musikalischer Pause überrascht André Heller mit neuen Liedern. Gregor Auenhammer begab sich auf eine Pilgerfahrt zu ihm nach Marrakesch

„Im Leben geht’s darum, dass man aus dem Entwurf eines Menschen durch beharrliches, sich treu bleibendes Arbeiten einen möglichst gelungenen Menschen macht.“

„Die permanente Verwandlung“ sei ihm die liebste seiner vielen Künste, sagt der manische Verwirklicher während eines Spaziergangs durch seinen Garten in Marrakesch. „Dass ich heute bewusst jemand anderer bin als gestern, weil ich aufmerksam etwas dazugelernt habe. Wenn mir jemand sagt, bleiben Sie bitte, wie Sie sind, antworte ich: Das ist kein guter Wunsch! Stillstand in der Entwicklung bedeutet ja, dass man seine Lebenszeit veruntreut.“

Unter dem Aspekt, Klischees des Seins und der Ästhetik stets neu auszuloten, erscheint André Hellers Entscheidung, in welcher Form er Erfahrenes und Erlebtes künstlerisch umsetzen möchte, in neuem Licht. Die unendlich vielen Drehungen eines Kaleidoskops will Heller erleben und mit unendlich vielen Bildern in die Welt hinein und hinaus schauen. Seiner Intuition und Inspiration folgend entstand Spätes Leuchten eben nicht als Erzählung, Roman, Aquarell oder Skulptur, sondern als Komposition feierlich arrangierten Sprechgesangs.

In den Klangbildern des neuen Albums tanzen Derwische, drehen Engel Pirouetten, exaltiert, exzessiv, entrückt, werfen irrlichternd Schattenrisse auf nächtliche Mauern. Schalmeien erklingen, brechen den Rhythmus von Trommeln, schmieden Allianzen mit Streichern, fügen sich in Klezmersounds à la Giora Feidman, in Walzerklänge eines Joseph Lanner und Blues à la Tom Waits.

Man hört Menschen ausgelassen lachen, tanzen, singen, musizieren. Piano und fortissimo. Aus dem Off klingenSchritte und Hufe von Pferden auf Pflastersteinen – atmosphärisch aufgenommen auf dem Djemaa el Fna in Marrakesch, dem Wiener Heldenplatz und der Piazza San Marco. Dämonen erwachen und verschwinden auf magische Weise.

Ein maghrebinisches Wiegenlied mündet in eine alte sephardische Melodie. Echte Weana Bazi und der Quiqui, der Wiener Tod, treffen auf gefallene Engel und einen als Elvis getarnten Satan. André Hellers Klangwelten sind maßstabsgetreue, fein ziselierte Abbildungen seiner Gedankenwelten selbst, sind die assoziative Fusion sorgsam ausgewählter Exponate der musikalischen Menschheitsgeschichte, gepaart mit den Klängen der Natur.

Da hört man den Wind zwischen Blättern, die Sonne auf Palmwedeln, die Erde zwischen wachsendem Getreide, exotisch singende Vögel, zischende Nattern, klappernde Schlangen der Versuchung und der Erkenntnis.

Heller, emeritierter Popzar, über die Jahrzehnte bekannt als Ermöglicher und Schöpfer von zirzensischen Abenteuern, Impresario erstaunender Varietés, Kurator von Shows und an das Paradies gemahnenden Zaubergärten, schichtet in seinem neuen Opus Wortkaskaden und Klangbilder wie Reisig zu Ballen und entzündet ein grandioses Feuerwerk an Ideen.

Begleitet von virtuosen Musikern wie „Glücksfall“ Robert Rotifer (der auch als Produzent fungierte), Voodoo Jürgens, Ina Regen, dem Nino aus Wien, der ja schon länger als Hellers legitimer Nachfolger gehandelt wird, Florian Sitzmann, Marwan Abado, Eloui, Martin Klein, Soundbastler Andy Lewis, Master Mike Thorne und anderen, stellte Heller, nach diversen Umwegen, vagen Aufschüben und langen Pausen, währenddessen ihm andere Projekte dringlicher waren, ein 16 Lieder umfassendes Album fertig.

Bewusst wechselt die Gesamtkomposition der Texte und Arrangements zwischen Virtuosität und Trivialität. Der Liedermacher bleibt sich als Sprachkünstler und Jongleur der Worte treu.

Wechselhaft flirrend und fiebrig, sanft und episch sind André Hellers neue Lieder. Schubertesk klingen manche Akkorde, manche hallen nach wie bei Bob Dylan, der Heller einst einen wichtigen Sprachmuskel nannte.

Das Musizieren war lange verschüttet, weder Sohn Ferdinand Sarnitz (Youngsters bekannt als Left Boy) noch seine Enkel wussten von Hellers Vorleben als Popstar, erzählt er in seinem nach Minztee und Räucherstäbchen aus dem Oman duftenden Refugium.

Heller war derart weit entfernt von der eigenen Vergangenheit, dass diese nahezu inexistent war. Trotz seiner Weltkarriere im Zusammenspiel mit ganz Großen wie Freddie Hubbard, Astor Piazzolla, Toni Stricker, Peter Wolf, Chaka Khan und vielen anderen. So war es ihm ein Bedürfnis, den Enkeln Lucky und Kiwi ein wenig von dem zu vermitteln, was das Wesen ihres „Nonno“ ausmacht.

Heller setzt einen Kontrapunkt zur allgegenwärtigen Beschleunigung, ohne unmodern zu sein. Im Gegenteil – er mischt wie üblich traditionelle Melodien mit modernen Rhythmen. Seine Schöpfung ist eine Art akustische Rauminstallation in Form einer exotischen musikalischen Fusionsküche. Appetitlich angereichert mit Gewürzen des Orients und Okzidents. Serviert abwechselnd als feine Happen wie Miniaturen und große elegische Epen.

Als Erzähler singt er von Einsamen, von Gestrandeten, von unglücklich Verliebten, Vertriebenen, Entwurzelten, aber auch von maßlos Glücklichen. Heller ist ein Prophet der stillen Worte, der leisen Töne – und des großen Pathos (sofern man das Faktum, dass jemand ernsthaft und dauerhaft nach der einzigen und unabdingbaren Wahrheit sucht und nach der reinen, bedingungslosen Liebe strebt, als pathetisch einschätzt).

„Jeder Ton sollte der im Moment Kostbarste sein“, schärfte er seinen Musikern ein. Dass sie diesen Wunsch verinnerlicht haben, ist im Ergebnis hörbar. Heller, selbst einer, der sich mit der Kraft des Geistigen, mit der Energie des Spirituellen beschäftigt, dürfte scheinbar selbst zum Schamanen geworden sein, dem die guten Geister hörig scheinen.

Heller wäre aber nicht er selbst, würde er nicht Fallstricke einziehen, Zweifel säen, den Finger in offene Wunden legen und auf Kontrapunkte und Kontraste zielen. „Spüts, Buaschn, spüts, bis ’s Herz an de Guagl klopft.“ Nein, über die Klinge lässt der erklärte Pazifist niemanden springen, auch wenn es noch so schrummt und schrammt wie beim bewusst besoffenen Papirossi. Schau oba, Quasi! (Helmut Qualtinger) Servas, H. C.! (Artmann, nicht Strache)

Erdig ehrlich, ja intim wird der Weltbürger, wenn er tief ins Wienerische driftet. Schade, dass die weder politisch korrekte noch jugendfreie Version von Saint Bob Dylans Du Engel Du nicht ihren Weg aufs Album gefunden hat.

„Zum Suchen zu früh, zum Finden zu spät“, lautet ein fast vier Jahrzehnte alter Vers auf André Hellers Album Abendland. Dessen Titelsong, gehalten im Stil eines getragenen Lamento, eines sakral anmutenden Gebets, beseelt vom einzigartigen Timbre Hellers, das ekstatisch in einen Gospelchor wechselte, war einst der Versuch, ein Glaubensbekenntnis abzulegen, erzählt André Heller mit Blick auf das Atlasgebirge. Ein aktualisiertes Credo findet man auf dem neuen Album.

Nahtlos knüpft Heller an sein früheres musikalisches Können an – und erfindet sich doch neu. Nach Millionen verkauften Schallplatten, zwölfmal Gold, siebenmal Platin, nach tausenden Konzerten, die ihm Überwindung und Kraft raubten, weil sie wider seine Natur waren, hatte Heller 1984 den Olymp der Popmusik verlassen.

Aus gesundheitlichen Gründen und persönlichen, weil er sich anderen Projekten widmen wollte und weil er damals der Meinung war, am Zenit des Erreichbaren angelangt zu sein – etwas, das er rückblickend allerdings als leicht überheblich empfindet.

Manche haben ihm das – wie vieles davor und danach – als Arroganz ausgelegt. In Wahrheit aber war das der konsequente Weg eines Menschen, der nach Qualität und Integrität strebt. Immerhin war der 1947 als Francis Charles Georges Jean André Heller-Hueart Geborene Gründungsmitglied von Ö3 (was damals Aufbruch und Avantgarde gegen den Schlager- und Operettensumpf bedeutete), der als DJ und Bürgerschreck in der bis heute legendären Musicbox Goldene Zitronen für Unerträgliches vergab.

Liebhaber intellektueller Chansons beweinen seine Abstinenz bis heute. Als Ersatz beehrt er die Welt als Bewahrer des Verlorengehenden, Zeremonienmeister des Exzentrischen und Außenseiterischen. Ohne sich auf die Niederungen des alltäglichen Kleinkriegs und Hickhacks einzulassen, ist Heller politisch. Mahnend, ermahnend.

„Wenn wir nicht begreifen, dass jeder mit allen anderen energetisch vernetzt ist, dass wir für einander Verantwortung übernehmen müssen und dass wir auf einem Planeten wohnen, der jeden Augenblick unseren äußersten, klugen, behütenden Einsatz benötigt, damit es ihn in Zukunft überhaupt noch in einer umfassenden Qualität geben kann, dann handeln wir verbrecherisch an uns selbst, unseren Kindern und deren Nachfahren. Es gibt Frauen, Männer und Kinder, die agieren wohl informiert, weise, liebevoll, beharrlich sowie mitfühlend, und es gibt diejenigen, die den Kopf in den Sand stecken, die bitteren Fakten negieren oder verharmlosen und das längst Überfällige boykottieren. So einfach und so schwer ist das.“

Bezogen auf die aktuelle Situation will Heller auf gute Energien hoffen, auf dass wir eine Regierung kriegen, die „wie unser Bundespräsident“ registriert, worum es in der Zukunft geht. „Wenn sich die Demokratien, ihre Parlamentarier und Parteien sowie alle gesellschaftspolitisch wesentlichen Gruppierungen nicht ohne Zaudern der Avantgarde der Retter anschließen, werden wir in einem Maß als Versager und Schuldige in die Weltgeschichte eingehen wie keine Generation davor.“

Er glaube nicht mehr an tradierte Rollen von links und rechts. Ebenso bezweifelt er, dass es eine Gruppierung gibt, die im alleinigen Besitz der Wahrheit ist.

„Wir sind von der Drastik der Tatsachen aufgerufen, dafür zu sorgen, dass eine von Vernunft, Lauterkeit und Courage getragene friedliche Revolution zum Schutz unseres, an Herrlichkeit so überreichen Himmelskörpers, alle Schichten der Gesellschaft durchflutet. Man darf die Verhinderer aber nicht beschimpfen, sondern muss sie mit Leidenschaft und den besseren Argumenten überzeugen. Die Klimakatastrophe, die ich auch als große Chance für weltweite Solidarität und Auflösung des Nationalismus begreife, schafft ja Tag für Tag brachiale Erlebnisse und Veränderungen, die eine immer größere Menge Menschen am eigenen Leib erfährt. Diese persönliche Anbindung am Schrecken wird das Umdenken mit Sicherheit beschleunigen. Aber hoffentlich letztendlich noch rechtzeitig.“

Hellers Vers „Dieser Stern ist uns doch nur geliehen / von Künftigen, die nach uns sind“ ist heute aktuell wie damals. Diese utopisch anmutende Vision aus Erhebet Euch Geliebte könnte heute, 36 Jahre nach Entstehen, die Hymne der Fridays-for-Future-Bewegung sein. Als Muttersprache empfiehlt er Weltenbürgern „Mitgefühl“.

Auf die Frage nach einem freien Wunsch für all unsere Nachkommen nennt der Prophet der klaren Worte Würde und Verantwortung. Ewig grantelnde Nörgler in der Heimat erinnert er daran, dass wir hier in Österreich den Haupttreffer in der Glückslotterie gezogen haben, was Raum und Zeit betrifft. Bestes Beispiel, dass man auch als Einzelperson Veränderungen bewirken kann, ist Hellers Refugium in Marokko. „Anima“, benannt nach der Seele, von ihm als „befreundetes Glücksterritorium“ bezeichnet, ist ein Ort, für den das Wort Staunen offenbar erfunden wurde.

„Um das Jahr 2005“, sagt Heller, habe ihm eine innere Stimme zugeflüstert, „brich deine Zelte in Europa ab und verwirkliche in Afrika einen weitläufigen Ort von Schönheit, Sinnlichkeit, Heilung, Kontemplation, Frieden, Kühle und höchster ökologischer Qualität und erschaffe für Marokkanerinnen und Marokkaner einige dringend benötigte, dauerhafte Arbeitsplätze. Viele haben das zunächst für den Luxusspleen eines verwöhnten ,Fratzn‘ gehalten, aber heute müssen sie wohl zugeben – und ich sage das, ohne zu erröten –, dass ich nichts Klügeres hätte tun können. Besucher aus aller Welt und viele Einheimische kommen und finden dort Freude, Ruhe, Ermutigung, Trost – je nachdem, wonach sie gerade auf der Suche sind.“ Heller ist sich der Verantwortung bewusst. In den letzten Jahren hat er – auf eigene Kosten – drei Wasserleitungen, eine Schule, eine Ambulanz gebaut und hunderte Arbeitsplätze geschaffen. Wissend um die Hybris des Scheiterns: „Aber die Götter wollten es anders.“

Als Beispiel der politischer Dimension seiner Songs gelten aber auch die dichotome Hommage an Wiener Judenkinder und Otis Redding, an den Wiener Kasperl und den Zauber des Maghreb, das jiddische Volkslied Dem Milners Trenn oder die in englischer Sprache intonierten Popperlen Maybe it’s true und My River, mit dem Heller sich – Virginia Woolf salutierend – vorläufig verabschiedet.

Aus der Art gerät einzig das getriebene, ins Hysterische kippende Mutter sagt. Heller wird am besten wissen, warum. Zwischendurch huldigt er privaten Göttern, Säulenheiligen, persönlichen Helden respektive Heroinen. Sehnsucht nach der Liebsten ist von besonderer Anmut und Intimität. Ebenso sein Zugang zu Vergänglichkeit und Tod, der trotz aller Präsenz positiv und versöhnlich erscheint.

Jedes Chanson steht für sich, darf für sich wirken, dennoch ist das Album, das übrigens für Gralshüter des Analogen auch als Schallplatte auf Vinyl gepresst wurde, in seiner Gesamtkomposition stringent und ergibt ein großes Ganzes. Keineswegs eine anämische Soundtapete, sondern ein lebendig-pulsierender, von Weltbürgern sorgsam gewobener fliegender Klangteppich.

Oberflächlich betrachtet könnte man meinen, dass es eine Art Rückkehr zu den Wurzeln ist, wenn ein anerkannter Universalkünstler wie Heller es wagt, nach 35-jähriger musikalischer Pause ein Album neuer Lieder zu publizieren.

In Wahrheit aber ist das mehr als ein Wagnis, ist das eine bewusste Versuchung der Hybris, ein Drahtseilakt ohne Netz, eine selbstinszenierte Versuchung der Saturiertheit. Verweigerung von Erwartungshaltungen war früher Teil des Heller’schen Konzepts, ebenso Provokation. Heute klingt er hingegen versöhnlich.

Auch Verrat und Verleumdung, Schuld und Sühne, Angst und Missgunst, Trauer und Tod sind Themen dieser späten Lieder. „Sterben bedeutet für mich alles hinter sich lassen, das man zutiefst nicht ist. Aus dieser Hülle, mit deren Hilfe ich mich in der Polarität ausbilden durfte und darf, werde ich dankbar aussteigen, um in höhere Dimensionen heimzukehren.“

Angst vor dem Tod habe er nicht, sagt er, denn das hieße ja, Angst vor dieser Heimkehr zu haben. Poetisch überträgt sich dies im Vers „Auch der Tod ist Zärtlichkeit“ oder repetitiv im Refrain „Doch in ihren alten Seelen wachsen Damaszener Rosen (…), die ganz unvergleichlich sind“.

Das Album wirkt wie eine Inventur, die melancholisch und wehmütig stimmt. Das liegt nicht nur an so manch nostalgischem Zitat wie „Damals, als damals noch damals war“, Geschichten aus der Kindheit, den immer wiederkehrenden Dämonen, dem ständigen Sich-Hinterfragen, sondern wohl auch am immer wiederkehrenden Topos der Wiener Todessehnsucht. Trotz alle dem regieren aber auch Optimismus und Hoffnung sowie die Freude an einem stillen Glück.

Musikalisch manifestiert sich Hellers Weltsicht in seinem Zärtlichkeitsvermächtnis Hab so Sehnsucht sowie anschließend in seinem Glaubensbekenntnis Esgibt. Dieses – man kann, nein, man muss es so nennen – Jahrhundertlied beginnt ganz sanft, ganz leise, nur begleitet am Klavier, steigert sich langsam und endet in einer wuchtigen Symphonie mit großem Orchester. Die mit einem neuen, monumentalen Text versehene Komposition von Claudio Baglioni erinnert an alte Heller-Klangperlen wie Erhebet Euch Geliebte, die Trilogie eines Traums,Wia mei Herzschlag oder Verwunschen. André Hellers einzigartiges Timbre kulminiert in den Worten: „Es gibt ein brennendes Verlangen nach Würde und Geborgenheit / nach Zärtlichkeit und Frieden / Es gibt die Hoffnung auf die Freude und die Gewissheit, nie genug lieben zu können, / und Liebe / Liebe ist bedingungslos.“

Spätes Leuchten beinhaltet die Weisheit von einem, der nach langer Odyssee mit sich selbst Frieden geschlossen hat, enthält Be- und Erkenntnisse eines ewig Suchenden, der angekommen ist. Heller schlichtet Buchstaben zu Psalmen und zelebriert ein Hochamt: „Alles in allem, vom Glück verfolgt / Alles in allem, gesegnet …“ (Gregor Auenhammer, 16.11.2019)

A gfäuda Tog – Wolfgang Ambros

I waß ned, i waß ned, es is so komisch
mir kummt heit ois so unguat vua.
De Sunn scheint und de Leit san freindlich
oba i fäu in ana Dur.
Heit is‘ genau wia i’s ned mog
heit is a ganz a g’fäuda Tog.
Heite bin i wieda schlechte Laune.
Der Tog der woa fia mi a Griff in’s Braune.
Heit bin i wieda völlig down.
I bin so down i kann mi ned anschau’n.
Der Tog, der hod mi wieda um Joahre zruckg’haut.
Der Tog, der hod ma wieda ollas vasaut.
I waß ned, irgendwos hod g’föht.
I hob ma söba s’Haxl g’stöht.
I hob wos g’suacht und hob nix g’fund’n
und i hob nur de Zeit heit g’schund’n.
An Tog wia heite diaft’s ned geb’n.
A so a Tog is a Gefoa fia’s Leb’n.
I hob ma vü Gedank’n g’mocht.
Des hod ma leida a nix brocht.
Aus nix is weniga no wurd’n.
I hob de Übasicht valuan.
Heit is‘ genau wie is ned mog,
heit is a ganz a g’fäuda Tog.

russian doll

‘Russian Doll’ (nyt)
The “Groundhog Day” premise of the eternally resetting day has itself — somewhat ironically — been done over and over in movies and TV shows. But nothing that’s come before is quite like “Russian Doll,” an innovative comedy co-created by Natasha Lyonne, Leslye Headland and Amy Poehler. Lyonne stars as Nadia, who finds herself continuously looping around to the same party, where something disastrous always happens. With every do-over, “Russian Doll” proves constantly delightful and surprising.