FIRE movement

The FIRE (Financial Independence, Retire Early) movement is a movement whose goal is financial independence and retiring early. … Those seeking to attain the goals of FIRE intentionally increase the rate by which they save their income through simple living or generating secondary and passive streams of income.

Hide your phone during conversations

Having your phone visible when you are around others will immediately decrease the quality of your interactions. This is the so-called iPhone effect, and a 2014 study confirmed that the mere presence of a mobile device (even if switched off) made conversations less fulfilling. Another study found that a visible cell phone had negative effects on attention and on people’s ability to perform complex tasks. So, leave your phone in your bag and encourage your relationships to flourish.

European Way of Life von Erwin Seitz

Der American Way of Life ist veraltet. Unsere Zeit verlangt nach europäischer Lebensart: grünes Wachstum statt Konsumismus, Zusammenarbeit statt Wettbewerb, Erzeugermärkte statt Konsumtempel.

Europa entsteht
Lange sprach kaum jemand von Europa. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot benutzte den Begriff Mitte des fünften Jahrhunderts vor Christus in seinen „Historien“ erstmals geographisch und politisch-kulturell. Östlich des Bosporus war für ihn Asien, wo die Perser der Monarchie huldigten, westlich Europa, wo die Griechen Freiheit und Gleichheit, Wissenschaft und Künste pflegten. Als aller- dings die Bedrohung durch die Perser abgewehrt war, verlor der Europa-Begriff wieder an Brisanz.
Erst als die Einheit der mediterranen Welt während und nach der Völkerwanderung auseinanderbrach und im Osten und Süden zwei neue Machtblöcke entstanden – das Oströmische Reich und das arabisch-muslimische Reich –, erinnerte man sich im Westen und im Norden wieder an den Europa-Begriff. In diesem nordwestlichen Europa entstand das römisch-katholische Frankenreich mit Gallien, Germanien, Nord- und Mittelitalien, eng verbunden mit Britannien. Karl der Große, der fränkische König, wurde in einem anonymen Epos von 799 als „Europas ehrwürdiger Leuchtturm“ gepriesen.
Mehrere Stämme, Nationen und Reiche – die romanisch- germanische Mischkultur des Frankenreiches, Briten, Wikinger, Ungarn und Slawen – waren verbunden über kirchliche Synoden der römisch-katholischen Kirche, in denen die gemeinsame lateinische Sprache der Kleriker vorherrschte, über politische Versammlungen und Heerzüge, Handel und Gewerbe.

Ora et labora
Entscheidende Entwicklungshilfe leisteten die Klöster, die seit der Epoche der Karolinger so gut wie überall im römisch-katholischen Europa den Regeln des Benedikt von Nursia folgten. Nach den unruhigen Zeiten der Völkerwanderung legte Benedikt Wert auf den Begriff der stabilitas loci, der Ortsgebundenheit und Beständigkeit. Nicht der Wandermönch war das Ideal, sondern jener, der in ein Kloster eintritt. Nur durch eine neue Form der Beruhigung und Beständigkeit schien Kultur wieder aufblühen zu können. Wenngleich Benedikt die Muße als vertrödelte Freizeit verachtete, schätzte er die Muße in Form von Gebet, Studium und Meditation, verbunden mit der Arbeit der Hände. Daraus wurde später die berühmte Formel ora et labora, bete und arbeite – ein kluger Rhythmuswechsel. Und eine frühe Form europäischer Lebensart.
In die Benedikts-Regel floss viel von den Weisheitslehren der griechisch-römischen Antike ein. So sollte der Abt des Klosters nicht unumschränkt das Sagen haben, sondern sich von den Mönchen beraten lassen. Die Menschen sollten zuhören, friedvoll zusammenleben, sich gegenseitig unterstützen, pünktlich sein und beständig im Tun, sollten die Ordnung wahren und die Gastfreundschaft pflegen. Diesen Tugenden wohnte bereits, mit Max Weber zu reden, ein „rationaler Trend“ inne, der für Europa wichtig werden sollte. Und diese Tugenden übertrugen sich auf die europäischen Bürger. Man sollte nicht einfach in den Tag hinein leben, sondern überlegt handeln und etwas schaffen. Man sollte genügsam sein und mit Hilfe von Disziplin gewisse Überschüsse erwirtschaften, um Bedürftigen helfen zu können. Das Handwerk wurde aufgewertet.
Die Essensregeln waren nicht allzu streng. Sie nahmen mediterrane Gepflogenheiten auf, ähnlich dem urbanen Stil, den bereits die altägyptische Wandbemalung im Grab des Nacht in Theben-West zeigte. Es wurden bekömmliche leicht verdauliche Dinge empfohlen: Fisch, Geflügel, Gemüse, Obst, ein Pfund Brot pro Tag und ein angemessenes Quantum Wein. Der Traum vom Klosterleben richtete sich nicht nur auf gute Dinge, sondern auch auf geistige Werte. Cassiodor, ein Zeitgenosse Benedikts, schwante, welcher antike Schatz verloren ginge, wenn man nicht neben der christlichen die weltliche Bildung ins Kloster holt. Die Sieben Freien Künste – Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Musik, Geometrie, Astronomie – sollten der christlichen Bildung vorausgehen. Wichtig waren die ersten drei: Grammatik, Rhetorik, Dialektik, weil dadurch Lesen und Schreiben, Reden und Argumentieren, Erkennen und Begreifen gefördert wurden.

Großes Theater
Selbst wenn Europa vorläufig das monarchische Prinzip der spätrömischen Periode übernahm, ging der antike republikanische Gedanke hier nie unter. Die Gewaltenteilung zwischen Kaiser und Papst begünstigte die kommunale Bewegung. Vielerorts wurde die städtische Macht der Grafen und Bischöfe bald gebrochen. Führende Familien, die Geschlechter und Patrizier, Fernkaufleute und Handwerker, übernahmen das Zepter. Sie fanden Zutrauen zu sich selbst und kurbelten Handel und Gewerbe an.
Es schossen Orte und Städte aus dem Boden, die im übertragenen Sinn „großes Theater“ boten: mit magischer Mitte und beeindruckender Architektur, Marktplatz, Rathaus, Kathedrale, mit öffentlichen Räumen der Begegnung, mit geschicktem Handwerk, heimischen Delikatessen und Fernhandelswaren. Da und dort blieb die fürstliche Macht erhalten, und in manchen Städten gab es Paläste und Schlösser mit verfeinerter höfischer Kultur. So oder so entwickelte sich neben der klerikalen eine weltliche Sphäre, in der die Bürger eine wichtige Rolle spielten.
Immer wieder gibt es in der Geschichte neue Träume vom guten Leben, die dafür sorgen, dass sich die Menschen anders organisieren. Das Rollenspiel wurde im Laufe des Mittelalters komplexer, arbeitsteiliger, produktiver: Es gab Knechte und Mägde, Bauern und Handwerker, Mönche und Nonnen, Ritter und Bürger, Krämer und Fernkaufleute, Priester und Bischöfe, höfische Fürsten und Damen, Kaiser und Päpste, bald auch Schüler und Studenten, Lehrer und Professoren.
Der Eifer der Klosterschulen übertrug sich rasch auf die Domschulen, aus denen seit dem hohen Mittelalter Universitäten hervorgingen. Europa brachte den Typus des gebildeten Laien und Intellektuellen hervor, der die Prozesse der Zivilisation kritisch begleitet und Vorschläge für die Verbesserung der Verhältnisse macht. Spätestens seit der Frühen Neuzeit hieß das neue Mantra in Europa: „Wissenschaft und Künste“. Nicht länger der spekulative Gottesbeweis der Theologen, sondern sinnliche Erfahrung, genaue Beobachtung der Natur. „Empirie“, „Experiment“, „Fortschritt“ waren die Schlagworte, die Francis Bacon 1620 in seinem „Neuen Organ der Wissenschaften“ in den Vordergrund rückte. Zuversichtlich verkündete er: „Erwerbe sich nur das menschliche Geschlecht die Herrschaft über die Natur, wozu es von Gott bestimmt ist.“ Diese Auffassung war im Grunde ein alter Hut und entstammte dem Alten Testament: „Füllet die Erde und machet sie euch untertan.“ Nur sollten jetzt, in der Frühen Neuzeit, die Schätze der Natur methodisch erforscht und noch gründlicher genutzt werden. Vielleicht ließen sich dadurch nicht nur Luxus und Komfort für die oberen Zehntausend, sondern für die breite Bevölkerung schaffen?
Ein Vorwurf an die europäische Moderne lautet: Spätestens seit dem 18. und 19. Jahrhundert brächten philosophische Aufklärung und Naturwissenschaft mit Industrie und Technologie einen wachsenden Berg an Dingen hervor. Fürs persönliche Glück müsse immer mehr konsumiert werden: Autos, Kleider, Fernreisen, Liebschaften, Restaurants, gipfelnd im „American Way of Life“.
Während vormals Drohszenarien wie zornige Gottheiten oder das Jüngste Gericht am Horizont aufzogen, um die Menschen zur Mäßigung zu ermahnen, erscheint in der säkularen Welt die Apokalypse als „Kohlendioxidemission“, als gewaltiger Energieverbrauch mit Klimaerwärmung, Überschwemmungen, Dürregebieten. Der Mensch, so lautet ein Rezept, müsse sich radikal ändern.

Gemach!
Man sollte nicht das Gute mit dem Schlechten verwerfen. Denn es ist vergeblich, den Menschen die Vision vom besseren Leben auszureden. Es kommt vielmehr darauf an, solche Vorstellungen in naturverträgliche und menschenwürdige Bahnen zu leiten. Die Lust der Menschen an Sachen und Erlebnissen ist uralt. Nicht der überzogene Luxus Einzelner fällt bei Kohlendioxidemissionen ins Gewicht, sondern der allgemein gestiegene Lebensstandard.
So gut wie jede Familie oder jede alleinstehende Person hat heute in wohlhabenden Ländern eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus mit fließendem Wasser, Heizung und Strom; ein Badezimmer mit Dusche und Toilette; eine Küche mit Gas- oder Elektroherd, Kühlschrank, Geschirrspülmaschine, Kaffeemaschine, Mix- und Rührgeräten; Waschmaschine, Bohrmaschine, Staubsauger, Radio, Fernseher, Computer, Smartphone, Auto.
Kann man der Umweltgefährdung mit noch mehr technologischen Großprojekten beikommen? Durch noch stärkeres Manipulieren, beispielsweise durch Genveränderung bei Pflanzen und Tieren? Dem selbstfahrenden Auto, das dem „American Way of Life“ neuen Glanz verleiht?
Nein, die Traumbilder des 21. Jahrhunderts sind von anderer Art. Nicht harter Wettbewerb, sondern Zusammenarbeit dürfte die Devise sein. Nicht der Machtrausch technologischer Großprojekte, sondern die Summe behutsamer Schritte dürfte Wandel bewirken. Gefordert sind beruhigte, schonende und nachhaltige Formen des Konsums – Träume von grünem Wachstum, in denen das Auto oder das Flugzeug als Ikonen uneingeschränkter Mobilität und moderner Völkerwanderung eine geringere Rolle spielen, Träume von stärkerer Ortsgebundenheit, von echtem Menschsein, bei dem man sich nicht am Bildschirm, sondern hautnah begegnet. Da wäre die Freude am Konsum erneuerbarer Dinge, an handgemachten Sachen und handwerklichen Gütern: an feinen Lebensmitteln aus ökologischer Landwirtschaft – und daran, sie selbst zuzubereiten. Der Mensch wäre nicht der technologische Konsument, sondern ein kultiviertes Naturwesen.

Nachhaltigkeit und Lebensart
Zu den europäischen Schlagworten „Freiheit und Gleichheit“ sowie „Wissenschaft und Künste“ käme ein drittes Begriffspaar hinzu: „Nachhaltigkeit und Lebensart“. Womöglich vollzöge sich die Erneuerung der klassischen europäischen Stadt mit verdichteten und verkehrsberuhigten Strukturen, mit Fuß- und Fahrradwegen und bequemen öffentlichen Verkehrsmitteln. Es gäbe Städte, die in der Lage wären, ihre Geschichte zu erzählen, mit Hilfe von Denkmalpflege, Bauen im Bestand, behutsamer Ergänzung durch moderne energieschonende Architektur aus Glas und Holz, gegebenenfalls mit Rekonstruktion des historischen Stadtkerns. In der Mitte wäre der Marktplatz frei von Autos, aber voller Menschen.
Man wäre bescheidener und zugleich anspruchsvoller als der technologische Konsument. Immer öfter würde man die Elektronik- und Lebensmittelindustrie umgehen und fände in der Stadt Bauernmärkte und Markthallen, Museen und Konzertsäle, Opern und Theater, Schulen und Universitäten, Boulevards mit Geschäften und Kinos, Restaurants, Cafés, Bars mit Livemusik, Parks und grüne Auen mit Spielplätzen, Sportanlagen und Biergärten.
Statt Big Business gäbe es wieder mehr mittelständische Betriebe, steuerlich gefördert: Gärtnereien für Gemüse und Obst, Molkereien, Bäckereien, Metzgereien, Fischzüchter und Imker. Die Minister für Landwirtschaft, Handwerk und Gastronomie wären die klügsten Köpfe im Kabinett. Eine neue Generation von Landwirten würde, ähnlich wie es bei Weinbauern schon der Fall ist, neben einer Lehre auch ein Hochschulstudium absolvieren und Praktika im Ausland machen.
Womöglich verbände sich allgemein Hightech mit Handwerk, digitale Kommunikation mit Gesprächen von Angesicht zu Angesicht, Tätigkeit mit Muße. Gelegentlich gäbe es den Wechsel zwischen Stadt- und Landaufenthalt, seltener eine längere Reise. Nicht die Höhe des Gehalts wäre wichtig, sondern gutes Leben, zu dem auch Stille und Lesen gehören, Meditation und geistige Inspiration. Das wäre womöglich europäische Lebensart.

Der Text ist ein gekürztes Kapitel aus „Naturnahes Kochen“, dem neuen Buch von Erwin Seitz, das gerade bei Insel erschienen ist.

Erwin Seitz, geboren 1958 im fränkischen Wolframs-Eschenbach, als Sohn einer Gastwirts- und Metzgermeisterfamilie. Besuch der Benediktinerschule in Plankstetten und Ausbildung zum Metzger im elterlichen Betrieb. Ausbildung zum Koch nahe Nürnberg und Commis de cuisne im Hotel Kempinski in Berlin. Zivildienst am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München. Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der FU Berlin und am St. John´s College in Oxford, Promotion mit einer Arbeit über Goethes Autobiographie.
Seitz lebt als freier Journalist, Buchautor und Gastronomiekritiker in Berlin. Er war von 2002 bis 2008 Herausgeber von „Cotta´s kulinarischem Almanach“ und schreibt unter anderen für die FAZ, SALON, Cicero und die Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung. Im Insel Verlag erschienen seine Bücher „Die Verfeinerung der Deutschen“ (2011), „Kunst der Gastlichkeit“ (2015) sowie „Naturnahes Kochen“ (2018). Darüber hinaus ist Seitz Lehrbeauftragter an der Dualen Hochschule Heilbronn im Studiengang Food Management für den Kurs „Einführung in die Kulturgeschichte & Soziologie der Ernährung“.

Mach dein Leben leichter!

Endlich unbeschwert: Mach dein Leben leichter!

Bestsellerautorin und stern-Kolumnistin Meike Winnemuth befreite sich von altem Plunder – und gewann neue Freiheit. Ein Lehrstück über den Weg zum einfachen Glück.

Von Meike Winnemuth, August 2017

An einem Donnerstagmorgen vor vier Jahren begann ich meinen Umzug, am Sonntagabend war ich fertig. So lang, so schweißtreibend? Nein, so gemütlich und so nebenbei. Ich packte, was ich brauchte, in eine blaue Ikea-Tüte – einen großen Topf und einen kleinen, eine Pfanne, vier Teller, vier Gläser, Besteck –, leinte meinen Hund an und spazierte mit ihm und der Tasche in meine neue Wohnung, 300 Meter von der alten entfernt. Nächster Gassigang am Nachmittag: ein paar Jeans, Pullis und T-Shirts, Lieblingsklamotten. Am Morgen danach: Lieblingsbücher, es waren nicht viele, und eine Stehlampe. Zwei Jungs schleppten mir ein Sofa rüber, einen Tisch und zwei Stühle hatte ich günstig online ersteigert, als Bett genügte zunächst eine Matratze. Der letzte Weg: das Hundekörbchen unterm Arm, ein paar Flaschen Rotwein in Geschirrtüchern verpackt, ein Korkenzieher. Das war’s. Ich war eingezogen.

Oder besser: Ich war ausgezogen. Schuld war ein Beziehungsdrama: Irgendwas war kaputtgegangen zwischen mir und meinem alten Leben. Es war mir zu viel geworden. Zu viel Zeug, zu viel Ballast, zu viel Vergangenheit – und eindeutig zu viel Platz. Von 200 Quadratmetern zog ich auf 38, von sechs Zimmern Stuckgewitter in ein nüchternes Ein-Zimmer-Apartment. Das wirst du nicht lange aushalten, unkten meine Freunde, das ist mal wieder eine deiner Schnapsideen. Was soll das überhaupt?
Das wusste ich selbst nicht so genau. Ich war gerade von einer Reise zurückgekehrt, ein Jahr lang hatte ich aus dem Koffer gelebt und dabei nicht das Geringste vermisst. Daheim hingegen war mir alles fremd. Ich wanderte ratlos durch meine absurd große Wohnung, die mir doch mal so wichtig gewesen war und für die ich mich lange so krumm gemacht hatte, starrte die deckenhohen Regale mit Büchern an, die ich garantiert kein zweites Mal lesen würde, zog Schubladen auf, an deren Inhalte ich nur vage Erinnerungen hatte, und fragte mich:
Wer ist die Frau, die sich diesen goldenen Käfig geschweißt hat, warum hat sie all den Krempel angehäuft, was will sie damit? Ich fand keine Antworten. Nur die eine: Ich will hier raus. Ich mag die Unbeschwertheit des Lebens mit leichtem Gepäck nicht mehr missen. Ich will einen Reset. Reinen Tisch machen, zurück auf Los
Mit dem Bedürfnis bin ich nicht allein, im Gegenteil. Die Sehnsucht nach Einfachheit und Erleichterung treibt derzeit viele um, das Gefühl, dass es so nicht weitergehen kann, dass man sich endlich wieder Luft verschaffen muss. Und Klarheit. Und Kontrolle. Der Zeitgeist kennt derzeit nur eine Vorsilbe: ent-. Entrümpeln, entschleunigen, entgiften, entschlacken, entspannen. Entzug von der Immer-mehr-Droge, an deren Nadel wir so lange und so freudlos gehangen haben. Denn das große Glücksversprechen des Immer-Mehr verwandelt sich irgendwann in einen ebenso großen Kater, wenn man nämlich feststellt, dass auch das 50. Paar Schuhe nicht die Erlösung bringt und man selbst im fettesten SUV nur im gleichen Stau steht wie alle anderen. Es weint sich schöner auf dem Rücksitz eines Rolls-Royce, wie es immer so schön heißt? Vielleicht. Aber wäre Lachen nicht viel schöner?

Das Immer-Mehr zieht zudem eine Spirale an Folgekosten nach sich: Schicke Klamotten müssen in die Reinigung, ein großes Autoschluckt mehr Sprit und höhere Versicherungsprämien – und nicht nur die Ausgaben wachsen, sondern auch die Ängste vor Verlust und Abstieg. Wer bin ich, wenn ich all das nicht mehr habe? Möglicherweise ein freierer Mensch. „Irgendwann habe ich nicht mehr eingesehen“, sagt eine Münchner Freundin, „dass ich für eine Wohnung schufte, die ich nie sehe, weil ich ihretwegen ja so viel arbeiten muss, und für eine Putzfrau, die diese Wohnung sauber macht, weil ich ja keine Zeit dafür habe.“ Jetzt wohnt sie ebenfalls in einer Einzimmerwohnung, arbeitet deutlich weniger und geht deutlich öfter am helllichten Tag spazieren. Andere Freunde krempeln ihr Leben in Umbruchsituationen um: Die Kinder sind aus dem Haus, eine Trennung steht an – Gelegenheiten, alles auf den Prüfstand zu stellen. Und zu dem Schluss zu kommen: geht auch einfacher.
Dabei muss ein Runterschalten nicht in Askese ausarten, wie ich festgestellt habe. So klein meine neue Wohnung ist, so fein ist mein Leben darin. Ich besitze nur noch zwei Handtücher, aber die sind von der plüschigsten Luxushotelqualität, die man kriegen kann. Ich koche nur noch auf zwei Platten, dafür auf Induktion. Das Motto ist ganz simpel: weniger, aber besser. Und besser ist das Leben eindeutig geworden. Denn was ich an Geld spare, fließt in jenes Gut, das in den vergangenen Jahren die gigantischste Wertsteigerung erfahren hat – Zeit. Meine Lebenshaltungskosten sind gesunken, also kann ich mir leisten, weniger zu arbeiten. Ich nehme nur noch Aufträge an, die wirklich Spaß machen (wie dieser hier), meine stern-Kolumne habe ich auf zweiwöchentlich reduziert.
Trotz oder wegen gesunkener Einnahmen – wohlhabender als derzeit habe ich mich nie gefühlt, getreu dem Zitat von Nassim Taleb: „Man ist nur dann reich, wenn das Geld, das man ablehnt, besser schmeckt als das Geld, das man annimmt.“ Seit drei Jahren habe ich keinen Urlaub mehr gemacht, denn: Urlaub wovon? Ich muss mich von nichts erholen. Eine fest angestellte Freundin, die zurzeit ein geplantes Sabbatical durch Lohnverzicht zusammenspart, stellt verblüfft fest, dass sie mit 80 Prozent ihres Gehalts genauso gut klarkommt. „Okay, ich gehe weniger essen und war ewig nicht shoppen. Aber ich weiß ja, wofür.“ Für sie ist jetzt schon klar, dass sie nach dem Sabbatical nur noch vier Tage die Woche arbeiten will. Und dann spricht sie den weisen Satz: „Von innen sieht ein Hamsterrad aus wie eine Karriereleiter.“

Von innen – genau das ist das Problem. Wenn man drinsteckt, hat man selten den Überblick. Auch ich brauchte ja ein Jahr Abstand zu meinem Leben, um das Hamsterrad als solches zu erkennen, die Lächerlichkeit des Immer-Mehr: ein neues Handy, wenn man noch nicht mal alle Funktionen des alten kapiert hat? Ein Fernseher mit Ultra HD Blu-ray, das den „Tatort“ aber irgendwie auch nicht brillanter macht?
So. Spätestens an dieser Stelle ist Protest fällig. Zu viel Zeug als Last zu empfinden – ein First-World-Problem, oder? Geht es uns einfach zu gut? Ist es in dieser Zeit nicht geradezu obszön, das Zuviel zum Leid-Motiv zu erklären, derweil Milliarden nichts lieber hätten als genau dieses Problem? Absolut. Was an der Unzufriedenheit derjenigen, die an der Spitze der Bedürfnispyramide angekommen sind, allerdings nichts ändert. So richtig doll scheint es den Wohlstandsgeplagten der westlichen Überflussgesellschaft nicht zu gehen, sonst würden nicht so viele klagen über die Überforderung, die Übersättigung und die seltsame Lebensmüdigkeit, die sich daraus ergibt, sonst gäbe es nicht so viele Fluchtfantasien, sonst hätten zum Beispiel Landlust-Magazine nicht diesen verrückten Erfolg, sonst würden die Leute nicht plötzlich auf Barfußschuhe schwören oder auf Steinzeitdiäten. Wie auch immer: Im heiß gelaufenen Getriebe des Turbokapitalismus knirschen die ersten Sandkörnchen, im Überfluss des Warenangebots (ich habe heute die Marmeladensorten in meinem Supermarkt gezählt; bei 150 habe ich aufgehört und war noch längst nicht durch) sind die ersten leisen Stimmen mit einem lange undenkbaren Satz zu hören: Darf’s ein bisschen weniger sein?

Denn das hysterische Tempo, mit dem einem jahrzehntelang immer neue Must-haves um die Ohren gehauen, immer neue Bedürfnisse geweckt wurden für Zeug, das kein Mensch braucht, sorgt dafür, dass das Pendel derzeit in die andere Richtung ausschlägt. In allen Lebensbereichen herrscht eine geradezu nostalgische Sehnsucht nach dem Simplen. Retropie statt Utopie: Omas handaufgegossener Filterkaffee statt 24 Geschmacksrichtungen Kapsel-Espresso, Seilspringen und Liegestütze im Park statt Powerplate-Training im Fitnessstudio, Armbanduhren mit Handaufzug statt Atomzeitwecker mit drei Zeitzonen. Sogar die gute alte Stulle wird jetzt in Berliner Butterbrotläden zum Erweckungserlebnis deklariert, ebenso wie der gute alte Eintopf zuvor. Richtig lustig wird es, wenn sogar ein Discounter wie Aldi sein traditionell überschaubares Angebot zum minimalistischen Lifestyle hochjazzen will. In einem Werbespot mit dem Slogan „Einfach ist mehr“ hüpfen Zweijährige durch Pfützen, dazu deklamiert eine Kinderstimme: „Wählt doch einfach das Richtige. Und befreit euch vom Rest.“ Das hätte der Dalai Lama nicht schöner sagen können.

Die Bestsellerlisten füllen seit Monaten Anstiftungen zum Befreiungsschlag in den Kategorien Lebenssinn, Ausmisten und Gelassenheit, hinzu kommen diverse Selbstversuchsprotokolle über Enthaltsamkeitsaktionen (ein Jahr nichts Neues kaufen, ein Jahr ohne Internet leben) und mittelfingerlastige Ich-mach-nicht-mehr-mit-Titel wie „Einen Scheiß muss ich“ und „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“. Die Entrümpelungsbibel „Magic Cleaning“ der Japanerin Marie Kondo hält sich seit mehr als hundert Wochen auf der Bestsellerliste, nachdem die Aufräumpäpstin zuvor schon den halben Erdball konvertiert hat. Das „Time Magazine“ kürte 2015 Kondo neben Angela Merkel und Kim Jong-un zu einer der 100 einflussreichsten Personen der Welt für ihre Lehre von der Leere. Oder vielmehr: vom bewussten Haben. Für sie geht es nicht darum, was man entsorgt, sondern was man behält. Nämlich nur das, was für tokimeku sorgt: für schlichte Freude. Man solle alles, aber auch wirklich alles aus den Schränken räumen und aus den Regalen, dann jedes einzelne Ding in die Hand nehmen und sich fragen: Macht mich das froh? Und zwar hier und jetzt, nicht früher oder irgendwann. Falls nicht: weg damit.
Für die meisten beginnt der Schock schon beim Öffnen der Schranktüren. Schnell, ohne nachzugucken: Schreiben Sie einfach mal haarklein auf, was sich gerade in Ihrem Kleiderschrank befindet, von oben links nach unten rechts bitte. Und jetzt machen Sie das Ding auf, und erbleichen Sie. Und dann bitte dasselbe Spiel mit den Schubladen im Wohnzimmer. Schon klar, oder? Wenn man nicht mal weiß, was man hat – warum sollte man es dann überhaupt haben wollen?
Doch wie schwer es ist, die Dinge loszulassen, davon können Aufräum-Coaches ein Lied singen. Man trennt sich nämlich nicht von Sachen, sondern von Selbstbildern, Sehnsüchten und wärmenden Illusionen. Eines Tages passe ich wieder in Größe 38/fange ich wieder mit dem Tennisspielen an/lese ich all die ausgerissenen Zeitungsartikel/ könnte ich diesen Karton mal brauchen. Dieser magische Tag lässt zwar schon seit Jahrzehnten auf sich warten, aber … irgendwann, bestimmt. Das Aufheben dient als emotionaler Schutzschild gegen die Unwägbarkeiten des Lebens. Man weiß ja nie, und weil man nicht weiß, will man gerüstet sein. Also vermüllt man lustig vor sich hin, im Zweifel eine Etage drunter oder drüber: In Kellern und Speichern stapeln sich Altlasten in Kisten und Säcken, Inhalt meist unbekannt, die bei einem Umzug in der Regel ungeöffnet in den nächsten Keller gewuchtet werden. Dort vermehren sie sich auf mysteriöse Weise. Man kennt das Phänomen von wilden Mülldeponien: Gerümpel zieht immer nur mehr Gerümpel an.

Gegen dieses zähe Festhalten setzen die neuen Entrümpler Heils- und Glücksversprechen, die nahtlos an religiöse Traditionen anknüpfen. Lebensveränderung! Seligkeit! Endlich Stille im Kopf! Entsagung und freiwillige Armut waren schon immer der Weg ins Himmelreich oder wenigstens zu irdischem Glück, ob bei den Benediktinern oder buddhistischen Mönchen. Die spartanische Härte gegen sich selbst galt und gilt als Zeichen moralischer Überlegenheit. Kein Zufall, dass viele moderne Entsagungsmoden wie die Aktion „Sieben Wochen ohne“ in der Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern und auch das „Simplify your life“-Imperium des Theologen Werner Tiki Küstenmacher christliche Wurzeln haben.

Doch erst in den vergangenen Jahrzehnten hat die Bewegung der „Voluntary Simplicity“, der freiwilligen Einfachheit, so richtig Fahrt aufgenommen: Denn jetzt rettet man nicht nur das eigene Seelenheil, sondern die Erde gleich mit, diesen angenehmen kleinen Planeten, auf dem wir durchs Universum reiten und den wir trotzdem seit vielen Jahrzehnten in immer rasenderem Tempo ruinieren. Downshifting ist unter diesen Umständen längst kein Privatvergnügen mehr, sondern eine Vernunftentscheidung: weniger Konsum, weniger Müll, weniger Energieverschwendung, weniger Abgase, weniger Fleisch, weniger Fernreisen, weniger galoppierender Wahnsinn.
Bei vielen ist diese Einsicht bereits angekommen, besonders bei Jüngeren. Die Generation der nach 1980 geborenen Millennials ist mit der Idee groß geworden, dass man Dinge nicht besitzen muss, um sie zu benutzen. Carsharing, Bikesharing, Airbnb, Streamingdienste für Musik und Filme verändern gerade ganz grundsätzlich die Bedeutung von Eigentum. Besitz als Statussymbol und Identitätsstifter hat zunehmend ausgedient. Warum sollte man ein Auto kaufen, das im Schnitt 23 Stunden am Tag geparkt herumsteht, wenn man – zumindest in den Städten – jederzeit Zugriff auf eines haben kann? Wer braucht noch Platz für Regale, wenn Bücher, CDs, DVDs in der digitalen Wolke wohnen?

Wer nicht viel Platz hat, merkt, dass schon dieser Umstand enorm helfen kann beim bewussten Konsumieren. Seit ich in meiner Einzimmerwohnung lebe, komme ich gar nicht mehr in die Versuchung, mir im Supermarkt den Einkaufswagen vollzuladen – ich kann das Zeug nirgends lagern. Ergo: Nichts vergammelt, es gibt kaum Schwund. Ich kaufe immer noch Bücher, aber jetzt habe ich halt nur fünf Regale à 78 Zentimeter; wenn die voll sind, muss was raus, verschenkt, verkauft oder getauscht werden. Überhaupt lautet das eiserne Gesetz für Anschaffungen aller Art: Für jedes neue Ding muss ein altes weg, keine Diskussionen. Mein Wasser kommt aus dem Hahn, nicht aus den Vogesen, und nie zuvor habe ich so schnell so viele hilfreiche Nachbarn mit Bohrhammer oder Elf-Bar-Fahrradstandpumpe kennengelernt (ich kann im Gegenzug einen Eiskübel bieten, jeder hat halt seine eigene Definition von Basics).

Eine der wichtigsten Veränderungen aber betrifft meinen Kleiderschrank. Dort hängen ausschließlich blaue Klamotten, alles passt zueinander – ebenfalls eine Folge meiner Weltreise, bei der ich nur blaue Sachen im Koffer hatte, und das Ergebnis eines kleinen Selbstversuchs aus dem Jahr 2010. Damals hatte ich gelesen, dass man nur zehn Prozent seines Kleiderschrankinhalts tatsächlich regelmäßig trägt, der Rest hängt nur zur Dekoration herum. Also beschloss ich, ein Jahr lang jeden Tag das gleiche blaue Kleid zu tragen, das Projekt „Das kleine Blaue“ war geboren. Was als Spiel begann, als spaßige kleine Mutprobe, wurde zu einem ungemein erkenntnisreichen Jahr. Das Aha-Erlebnis: Es funktioniert, und die meisten haben es nicht mal gemerkt.

Meine Blau-Meise, die ich seit inzwischen sechs Jahren pflege, hat nicht mit Sparsamkeit zu tun, und wenn, dann mit einer besonderen Art der Knauserigkeit: Ich muss keinen Gedanken verschwenden an die Frage, was ich anziehe. Es wird schon was Blaues sein, Details entscheidet das Wetter. Ein Thema weniger in meinem Leben, eine Entscheidung, die viele weitere Entscheidungen überflüssig macht.

Auch das gehört für mich zur Lebensentrümpelung: Zeit- und Aufmerksamkeitsräuber, die mir nichts bedeuten (es gibt auch andere, o ja! Aber dann ist es ja kein Raub), nach und nach wie Unkraut auszurupfen. E-Mail-Newsletter: unsubscribe. Whatsapp-Gruppen: stumm schalten. Ich kann und will nicht jede angesagte Serie sehen, vieles lasse ich mit verschränkten Armen vorbeirauschen. Twitter, Instagram: Sorry, das Leben ist zu kurz – ebenso fürs Bügeln. Samstags bleibt das Handy aus, einfach nur so. Partys schwänze ich mit wachsender Begeisterung.

Was gehen kann und was bleiben soll, wovon man mehr braucht und wovon weniger, das ist eine zutiefst persönliche Entscheidung, dafür gibt es kein Patentrezept. Was für den einen Ballast ist, ist für den anderen unverzichtbar. Jeder hat sein eigenes Zuviel, jeder muss sein eigenes Leben examinieren und wie ein guter Doktor fragen: Wo tut’s denn weh? Zu viel Plunder? Zu viele sinnlose Termine? Zu viele Erwartungen, denen man gerecht werden will, zu viele Verpflichtungen, unter denen man zusammenbricht? Oder vielleicht das Gegenteil: zu viel Routine, zu viel Ödnis? Für beides gibt es Umdenk- und Umlenkmanöver. Eines allerdings gilt für alle Formen von Vereinfachung: Es soll dann bitte am Ende auch wirklich leichter sein im Leben, nicht auf lediglich neue Weise anstrengend.

Ein militanter Minimalist wie der Amerikaner Dave Bruno, der seinen Besitz auf 100 Dinge geschrumpft hat, schafft das nur, indem er die mit seiner Familie gemeinschaftlich benutzten Gegenstände wie Tisch und Stühle nicht mitzählt und seine Bücher als 1 rechnet, nämlich als eine Bibliothek. Was für ein Krampf!

So, und wie geht es denn nun, das große Aufräumen? Vielleicht beginnt man mit ein paar grundsätzlichen Überlegungen:

„Ich muss“ ist der größte Denkfehler der Menschheit, Punkt. Entscheidungen davon abhängig zu machen, dass man die Erwartungen anderer Leute erfüllt, kann nur ins Unglück führen. Das Gleiche gilt für Erwartungen, die man für seine eigenen hält – die aber doch nur die verinnerlichten Ideen anderer sind. Eingebildete Zwänge, ob groß oder klein (ich muss bis 30 eine Familie gründen, ich muss einen Thermomix haben, ich muss mir die Wimpern tuschen, bevor ich aus dem Haus gehe, ich muss selbst schreihässliche Geschenke aufbewahren), gehören als Allererstes entrümpelt, der Rest ist ein Kinderspiel. Nur eines muss man wirklich, nämlich sich eine einzige Frage stellen: Was will ich? Im Unterschied zu: Was soll ich wollen? Die Antwort auf die Frage „Kind oder Karriere?“ darf dann gern auch „weder noch“ lauten.

Hat man sich erst vom Muss oder seiner fiesen kleinen Schwester Sollte emanzipiert und damit endlich wieder echte Entscheidungsfreiheit gewonnen, fällt alles Weitere leicht: Wir müssen die Sitzgarnitur behalten, auf der keiner sitzt, hat ja mal viel Geld gekostet? Nee, müssen wir nicht, und das Geld ist so oder so weg.

Wir müssen uns mit einer Einladung zum Essen revanchieren, und es muss mindestens dreigängig sein? Oh bitte.

Selbst den Titel dieses Artikels können Sie getrost ignorieren. Mach Dein Leben leichter! Nö, warum denn, wenn der Krempel in Ihrem Leben tokimeku bringt? Nur weil jetzt Entrümpeln angesagt ist? Pah.

Du darfst

Wer nicht mehr muss, der darf. Für das Dürfen haben wir normalerweise feste Zeiten vorgesehen, zum Beispiel den Jahresurlaub – Auszeit vom Müssen. In diesen Auszeiten kommen wir mit wahnsinnig wenig aus: Im Ferienapartment ist nur das Nötigste, im Koffer ein Bruchteil des Kleiderschranks. Mit leisem Bedauern fährt man wieder zurück in den prallen Alltag und denkt: Könnte es nicht immer so sein, so lastenlos, so einfach?

Leichtigkeit ist schwer. Weil man uns die Schwere eingetrichtert hat. Die Ernsthaftigkeit. Die Anstrengung, ohne die angeblich nichts etwas wert ist. Per aspera ad astra, so gehört sich das, auf rauen Wegen gelangt man zu den Sternen. Aber was, wenn es einen gar nicht zu den Sternen zieht, sondern wenn man bloß an einem schönen Nachmittag im Garten sitzen möchte, den man sonst nur vom Jäten kennt?

Man darf das. Man darf Termine abblasen, man darf Nein sagen – überhaupt sollte man viel öfter Nein zu allem Möglichen sagen, ein unglaublich befreiendes Wort – und man darf Dinge einfach mal ausprobieren. Und zwar ohne Erfolgsdruck, Dinge dürfen nämlich auch was: schiefgehen. Nicht schlimm. Schlimmer wäre, es nicht probiert zu haben.

Man darf mit dem Leichtwerden spielen, eine kleine Alltagsdiät einschieben. Mal eine Woche, einen Monat lassen, was nervt, tun, was sinnlos Spaß macht, und schauen, was dann passiert. Ich bin vor zwölf Jahren für einen Monat in eine kleine möblierte Wohnung in meiner eigenen Stadt, aber in einem anderen Stadtteil gezogen, nur um zu sehen, wie sich das Leben dort anfühlt. War billiger als Urlaub und deutlich spannender.

Sich die Genehmigung zum Spielen, zum Experimentieren zu geben, auch das ist Entrümpeln. Man darf ganz viel, mehr, als man denkt. Man muss es sich nur selbst erlauben, sonst tut es nämlich keiner.

„Ich habe genug“ lässt sich ja auf zwei Weisen lesen: Ich habe die Schnauze voll. Oder: Was ich habe und was ich mache und wie ich es tue, genügt mir. Es geht also um das Entrümpeln von Ansprüchen. Nur wer die eigenen Entscheidungen nicht ständig in Zweifel zieht und aus tiefer Überzeugung „Das reicht mir völlig“ sagt, wird zufrieden sein können. Wer immer nur das Beste sucht, verplempert sein Leben beim Versuch, es zu finden.

Das Problem ist nämlich, dass die Erwartungen, die eigenen und die der Welt, immer größer werden, je mehr man schon geschafft hat. Die Latte wird stetig höher gelegt. Ich muss eine gute Mutter sein. Was bedeutet das? Die Skala ist nach oben offen, ist man je gut genug? Das ständige Bewusstsein des eigenen Ungenügens ist der Diesel in dieser Höllenmaschine. Zu gewinnen ist das Spiel sowieso nicht: Wenn man es endlich geschafft hat, alle Stapel abzuarbeiten, qualifiziert einen das nur für noch höhere Stapel.

Also muss man die Spielregeln ändern. Die Erwartungen einzäunen. Ein Beispiel: Ein Freund lädt am 13. jedes Monats zu Spaghetti all’arrabbiata ein, Open House, ohne Anmeldung. Er weiß nie, ob 5 Leute kommen oder 30. Es ist auch egal, denn er hat immer eimerweise Arrabbiata eingetuppert in der Tiefkühltruhe, und ein Topf Nudeln ist fix gekocht. Spaghetti all’arrabbiata: nicht mehr, nicht weniger. Gut genug. Inzwischen macht der Freund das seit unglaublichen 25 Jahren. Und damit hat er eben doch alle Erwartungen weit übertroffen.

Die Dinge vom Ende her sehen

Eine der besten Methoden, um sich das Leben zu erleichtern, hat mir ein anderer Freund beigebracht, eine Frage, die zu meinem Mantra geworden ist: „Wird es in einem Jahr noch wichtig sein?“ Worüber ich mich gerade aufrege, womit ich mich herumschlage – werde ich mich in einem Jahr überhaupt noch daran erinnern? (Oder in einem Monat? In einer Woche?) Es ist verblüffend, wie schnell sich die meisten Probleme in Luft auflösen, wenn man sie mithilfe dieser Frage abkühlt.

Umgekehrt heizt die Frage auch ein: Ist das, worauf ich heute so viel Kraft verwende, in einem Jahr noch wichtig?

Dient es einem höheren Zweck, ist es ein Baustein für ein größeres Ganzes, macht es mich langfristig glücklich? Werde ich froh sein, es getan zu haben? Oft hilft es, die Dinge vom Ende her zu denken: Worauf möchte ich zurückblicken können, wenn ich alt bin, was will ich erlebt, gefühlt, erledigt haben? Schubladen aufräumen ist ein Anfang. Aber richtig leicht wird’s erst, wenn man das wirklich Wichtige unter all dem To-do-Geröll wieder freigelegt hat. Mehr fällt mir nicht ein zum Einfacherwerden. Nur dass es funktioniert. Ich sitze hier in meinem einen Zimmer an dem einen Tisch, an dem alles stattfindet, lesen, schreiben, essen, Freunde satt machen (mit Hockern schaffe ich sechs) – es ist immer noch derselbe Tisch, den ich damals ersteigert hatte; er ist gut genug. Aus der Matratze ist ein Bett geworden, nach vier Jahren gibt es auch endlich eine Deckenlampe, die ich ertrage, Bücher sind gekommen und gegangen, ansonsten ist alles so wie nach meinem Einzug. Es kann so bleiben. Es ist nicht viel. Aber es ist das Richtige.

99 Good News Stories in 2018

99 Good News Stories You Probably Didn’t Hear About in 2018 by Angus Hervey medium.com
For the last 12 months, the global media has been focused on a lot of bad news. But there were other things happening out there too. Good news stories that didn’t make it onto the evening broadcasts, or your social media feeds. We spent the year collecting them, in our ongoing mission to stop the fear virus in its tracks. Enjoy.
1. The Kofan people of Sinangoe, in the Ecuadorian Amazon, won a landmark legal battle to protect the headwaters of the Aguarico River, nullifying 52 mining concessions and freeing up more than 32, 000 hectares of primary rainforest. Amazon Frontlines
2. Following China’s ban on ivory last year, 90% of Chinese support it, ivory demand has dropped by almost half, and poaching rates are falling in places like Kenya. WWF
3. The population of wild tigers in Nepal was found to have nearly doubled in the last nine years, thanks to efforts by conservationists and increased funding for protected areas. Independent
4. Deforestation in Indonesia fell by 60%, as a result of a ban on clearing peatlands, new educational campaigns and better law enforcement. Ecowatch
5. The United Nations said that the ozone hole would be fully healed over the Arctic and the northern hemisphere by the 2030s, and in the rest of the world by 2060. Gizmodo
6. $10 billion (the largest amount ever for ocean conservation) was committed in Bali this year for the protection of 14 million square kilometres of the world’s oceans. MongaBay
7. In California, the world’s smallest fox was removed from the Endangered Species List, the fastest recovery of any mammal under the Endangered Species Act. Conservaca
8. In 2018, after more than ten years of debate, 140 nations agreed to begin negotiations on a historic “Paris Agreement for the Ocean,” the first-ever international treaty to stop overfishing and protect life in the high seas. National Geographic
9. Niger revealed that it has planted 200 million new trees in three decades, the largest positive transformation of the environment in African history. Guardian
10. Spain said it would create a new marine wildlife reserve for the migrations of whales and dolphins in the Mediterranean and will prohibit all future fossil fuels exploration in the area. Associated Press
11. Following ‘visionary’ steps by Belize, UNESCO removed the Belize Barrier Reef, the second largest in the world, from its list of endangered World Heritage Sites. BBC
12. Colombia officially expanded the Serranía de Chiribiquete (also known as The Cosmic Village of the Jaguars) to 4.3 million hectares, making it the largest protected tropical rainforest national park in the world. WWF
13. Mexico said its population of wild jaguars, the largest feline in the Americas, grew by 20% in the past eight years, and 14 Latin American countries signed an agreement to implement a regional conservation program for the big cats through 2030. Phys.org
14. In the forests of central Africa, the population of mountain gorillas, one of the world’s most endangered species, was reported to have increased by 25% since 2010, to over 1,000 individuals. Reuters
15. Canada signed another conservation deal with its First Nations people, creating the largest protected boreal forest (an area twice the size of Belgium) on the planet. BBC
16. Chile passed a new law protecting the waters along its coastline, creating nine marine reserves and increasing the area of ocean under state protection from 4.3% to 42.4% BBC
17. The Seychelles created a new 130,000 square kilometre marine reserve in the Indian Ocean, protecting their waters from illegal fishing for generations to come. National Geographic
18. New Caledonia agreed to place 28,000 square kilometres of its ocean waters under protection, including some of the world’s most pristine coral reefs. Forbes
19. 25 million doses of a new cholera vaccine were administered globally, and preparations began for the largest vaccination drive in history. UNICEF
20. France revealed a sharp fall in daily smokers, with one million fewer lighting up in the past year, and cigarette use among Americans dropped to its lowest level since the Centers for Disease Control and Prevention started collecting data in 1965.
21. Rwanda became the first low income country to provide universal eye care to all of its citizens, by training 3,000 nurses in over 500 health clinics. Global Citizen
22. India registered a 22% decline in maternal deaths since 2013. That means on average, 30 more new mothers are now being saved every day compared to five years ago. The Wire
23. Ghana became the first country in sub-Saharan Africa to eliminate trachoma. In 2000, it threatened 2.8 million people (15% of the population) with blindness. Devex
24. The WHO revealed that teenage drinking has declined across Europe, the continent with the highest rates of drinking in the world. The country with the largest decline? Britain. CNN
25. Since 2010, global HIV/AIDS infection rates have fallen by 16% in adults and by 35% for children. Most countries are now on track to eliminate infections by 2030. Undark
26. In 2018, New York and Virginia became the first two US states to enact laws requiring mental health education in schools. CNN
27. Malaysia became the first country in the Western Pacific to reduce mother-to-child transmission of HIV and syphilis. Malaymail
28. South Africa, home to the world’s largest population of people living with HIV, shocked health officials by revealing a 44% decline in new infections since 2012. Telegraph
29. After five successful, annual rounds of large-scale, school-based deworming across Kenya, worm-related diseases have fallen from 33.4% in 2012 to 3% today. KEMRI
30. Russians are drinking and smoking less than at any point since the fall of the Soviet Union, with tobacco use down by 20% since 2009, and alcohol consumption down by 20% since 2012. Straits Times
31. Tanzania revealed that in the last ten years, it has reduced the malaria death rate by 50% in adults and 53% in children. Borgen
32. The WHO certified Paraguay as having eliminated malaria, the first country in the Americas to be granted this status since Cuba in 1973.
33. Costa Rica’s Supreme Court ruled that the country’s same-sex marriage ban was unconstitutional, and gave the government 18 months to change it. BBC
34. New research revealed that in the last two decades, female genital mutilation has fallen from 57.7% to 14.1% in north Africa, from 73.6% to 25.4% in west Africa, and from 71.4% to 8% in east Africa. Guardian
35. India’s highest court struck down a century-old prohibition on homosexual sex, calling the Victorian-era law “irrational, indefensible, and manifestly arbitrary.” Al Jazeera
36. Morocco passed a landmark law that criminalises violence against women, and imposes harsh penalties on perpetrators. Albawaba
37. Germany released new figures showing that more than 300,000 refugees have now found jobs, and the share of MPs with migrant backgrounds has risen from 3% to 9% in the last two elections. Economist
38. New Zealand became the second country in the world (after the Philippines) to pass legislation granting victims of domestic violence 10 days paid leave. Guardian
39. Scotland became the first nation in the world to guarantee free sanitary products to all students, and India’s finance ministry announced it would scrap the 12% GST on all sanitary products.
40. Canada became the second country in the world to legalise marijuana. A major crack in the grass ceiling, and a wonderful moment for fans of evidence-based decision making everywhere. BBC
41. In a major milestone for human rights in the Middle East, a Lebanese court issued a new judgement holding that homosexuality is not a crime. Beirut
42. Trinidad and Tobago’s high court ruled that the Caribbean nation’s colonial-era law banning gay sex was unconstitutional. NBC
43. Tunisia became the first Arab nation to pass a law giving women and men equal inheritance, overturning an old provision of Sharia Islamic law. Dhaka Tribune
44. Pakistan’s parliament passed a landmark law guaranteeing basic rights for transgender citizens and outlawing all forms of discrimination by employers. Al Jazeera
45. Scotland became the first country in the world to include teaching of lesbian, gay, bisexual, transgender and intersex rights into its state schools curriculum. The Scotsman
46. Nepal became the 54th country in the world, and the first country in South Asia, to pass a law banning corporal punishment for children. End Corporal Punishment
47. Quietly and unannounced, humanity crossed a truly amazing threshold this year. For the first time since agriculture-based civilisation began 10,000 years ago, the majority of humankind is no longer poor or vulnerable to falling into poverty. Brookings
48. A little perspective. The Economist revealed that global suicide rates have dropped by 38% since 1994, saving four million lives, four times the number killed in combat during the same time.
49. According to the UNDP, 271 million people in India moved out of poverty since 2015, and the country’s poverty rate has been cut nearly in half. Times of India
50. India also continued the largest sanitation building spree of all time. More than 80 million toilets are estimated to have been built since 2014. Arkansas Democrat Gazette
51. The International Energy Agency said that in the last year, 120 million people gained access to electricity. That means that for the first time since electrical service was started (1882), less than a billion of the world’s population are left in darkness.
52. A new report showed that the global fertility rate (average number of children a woman gives birth to) has halved since 1950. Half the world’s countries are now below replacement levels. BBC
53. Bangladesh revealed that it had reduced its child mortality rate by 78% since 1990, the largest reduction by any country in the world. Kinder-World
54. Remember how the global media worked itself into a frenzy over Cape Town’s water shortages and Day Zero in 2017? Strangely, nobody reported this year how the Mother City successfully averted the crisis. apolitical
55. Respiratory disease death rates in China have fallen by 70% since 1990, thanks to rising incomes, cleaner cooking fuels and better healthcare. Twitter
56. The share of black men in poverty in the United States fell from 41% in 1960 to 18% today, and their share in the middle class rose from 38% to 57% in the same time. CNN
57. A new report showed that democracy is more widespread than ever. Six in ten of the world’s countries are now democratic — a post war record. Pew Research
58. A new global youth survey showed that young people in all countries are more optimistic than adults. Nine in 10 teenagers in Kenya, Mexico, China, Nigeria and India reported feeling positive about their future. Guardian
59. The world passed 1,000 GW of cumulative installed wind and solar power this year. 10 years ago, there was less than 8 GW of solar. Future Crunch
60. Solar and wind continued their precipitous cost declines. In the second half of 2018 alone, the levelized cost for solar fell by 14% and the wind benchmark by 6%. In many parts of the world it’s now cheaper to build new clean energy than it is to keep dirty energy running. BNEF
61. Allianz, the world’s biggest insurance company by assets, said it would cease insuring coal-fired power plants and coal mines, and Maersk, the world’s largest maritime shipping company, said it would begin ditching fossil fuels, and will eliminate all carbon emissions by the year 2050.
62. Repsol became the first major fossil fuels producer to say it would no longer be seeking new growth for oil and gas. Bloomberg
63. California unveiled the most ambitious climate target of all time, with a commitment to making the world’s fifth biggest economy carbon neutral by 2045. NBC
64. China, the world’s biggest energy consumer, revised its renewable energy target upwards, committing to 35% clean energy by 2030. Engadget
65. Chile said it had managed to quadruple its clean energy sources since 2013, resulting in a 75% drop in the average cost of electricity. IPS News
66. The United States set a new record for coal plant closures this year, with 22 plants in 14 states totalling 15.4GW of dirty energy going dark. #MAGA. Clean Technica
67. 11 European nations either closed their coal fleets or announced they will close them by a specific date, including France by 2023, Italy and the UK by 2025, and Denmark and the Netherlands by 2030.
68. Some of the world’s biggest sovereign wealth funds, representing more than $3 trillion in assets, and Black Rock, the world’s biggest fund manager, with assets worth $5.1 trillion, said they would only invest in companies that factor climate risks into their strategies. UNFCCC
69. India increased its already massive 2022 clean energy target by 28%. It plans to add 150 GW of wind and solar in the next four years. Clean Technica
70. Ireland became the world’s first country to divest from fossil fuels, after a bill was passed with all-party support in the lower house of parliament. Guardian
71. Spain committed to shutting down most of its coalmines by the end of the year, after the government agreed to early retirement for miners, re-skilling and environmental restoration. Guardian
72. The Journal of Peace Research said that global deaths from state based conflicts have declined for the third year in a row, and are now 32% lower than their peak in 2014.
73. After a decade long effort, Herat, Afghanistan’s deadliest province for landmines, was declared free of explosive devices. Nearly 80% of the country is now mine free. Reuters
74. Following the collapse of ISIS, civilian deaths in Iraq decreased dramatically. 80% fewer Iraqis were killed in the first five months of 2018 compared to last year. Anti-War
75. Ethiopia and Eritrea signed a peace treaty, signalling the end of a 20 year war, and reuniting thousands of families. BBC
76. Malaysia abolished the death penalty for all crimes and halted all pending executions, a move hailed by human rights groups in Asia as a major victory. SMH
77. Honduras had the highest homicide rate in the world in 2012. Murders have decreased by half since then, more than any other nation. Ozy
78. Crime and murder rates declined in the United States’ 30 largest cities, with the murder rate for 2018 projected to be 7.6 percent lower than 2017. Vox
79. Crime falls when you take in millions of refugees too. The number of reported crimes in Germany has fallen by 10%, to the lowest level in 30 years. Washington Post
80. Worried about the kids? Youth crime in the Australian state of New South Wales has plummeted in the last 20 years. Vehicle theft is down by 59%, property theft by 59%, and drunk-driving by 49%. ANU
81. Still worried about the kids? In the last generation, arrests of Californian teenagers have fallen by 80%, murder arrests by 85%, gun killings by 75%, imprisonments by 88%, teen births by 75%, school dropouts by half, and college enrolments are up by 45%. Sacbee
82. According to new data from the Department of Justice, the proportion of people being sent to prison in the United States has fallen to its lowest level in 20 years. Pew Research
83. Damn those pesky millenials. A new report revealed that, thanks to shifting tastes amongst those born after 1980, 70% of the world’s population is reducing meat consumption or leaving meat off the table altogether. Forbes
84. Germany announced one of the most ambitious waste management schemes in history. The government plans to recycle 63% of its total waste within the next four years, up from 36% today. DW
85. The Malaysian government announced it would not allow any further expansion of oil palm plantations, and that it intends to maintain forest cover at 50%. Malaymail
86. Denmark became the latest country to announce a ban on internal combustion engines. There are now 16 countries with bans that come into effect before 2040 — including China and India, the two biggest car markets in the world. Bloomberg
87. In 2018, the world surpassed the 4 million mark for electric vehicles. In the world’s biggest car market, China, electric cars reached 5% of sales; China’s internal combustion car market is flat, with all growth now being absorbed by EVs. Bloomberg
88. Adidas expects to sell 5 million pairs of shoes made from ocean plastic this year, and committed to using only recycled plastic in its products by 2024. CNN
89. Four years ago, China declared a war on pollution. It’s working. Cities have, on average, cut concentrations of fine particulates in the air by 32%. New York Times
90. Thanks to tightening restrictions, the United Kingdom reported a 12% drop in vehicle emissions since 2012, as well as significant overall drop in air pollutants. BBC
91. 250 of the world’s major brands, including Coca Cola, Kellogs and Nestle, agreed to make sure that 100% of their plastic packaging will be reused, recycled or composted by 2025. BBC
92. The European Parliament passed a full ban on single-use plastics, estimated to make up over 70% of marine litter. It will come into effect in 2021. Independent
93. As of the end of 2018, at least 32 countries around the world now have plastic bag bans in place — and nearly half are in Africa. Quartz
94. China said it had seen a 66% reduction in plastic bag usage since the rollout of its 2008 ban, and that it has avoided the use of an estimated 40 billion bags. Earth Day
95. India’s second most populous state, Maharashtra, home to 116 million people, banned all single use plastic (including packaging) on the 23rd June this year. Indian Express
96. India’s environment minister also announced the country would eliminate all single-use plastic by 2022. Oh, and three years after India made it compulsory to use plastic waste in road construction, there are now 100,000 kilometres of plastic roads in the country.
97. Four years after imposing a 5p levy, the United Kingdom said it had used 9 billion fewer plastic bags, and the number being found on the seabed has plummeted. Independent
98. Following a ban by two of its biggest retailers, Australia cut its plastic bag usage by 80% in three months, saving 1.5 billions bags from entering the waste stream. NY Post
99. After enacting the world’s toughest plastic bag ban, Kenya reported that its waterways were clearer, the food chain is less contaminated — and there are fewer ‘flying toilets.’ Guardian
100. There is now a giant 600 metre long boom in the Pacific that uses oceanic forces to clean up plastic, and you can track its progress here. Despite a few early setbacks, the team behind it thinks they can clean up half the Great Pacific Garbage Patch in the next seven years. Ocean Cleanup

Google Italia 2018

Google Italia Jahresrückblick 2018

Parole
1 Mondiali
2 Sergio Marchionne
3 Cristiano Ronaldo
4 Fabrizio Frizzi
5 Grande Fratello

Eventi
1 Mondiali
2 Elezioni 4 marzo
3 Sanremo
4 Ponte Morandi
5 Giro d’Italia

Come fare…
1 Il back up
2 I pancake
3 Uno screenshot
4 Lo slime
5 Una tesina

Mete vacanze
1 Sardegna
2 Albania
3 Sicilia
4 Grecia
5 Croazia

Biglietti
1 Lotteria Italia
2 Roma – Liverpool
3 Vinitaly
4 Salone del Mobile
5 Eminem

Personaggi
1 Sergio Marchionne
2 Cristiano Ronaldo
3 Fabrizio Frizzi
4 Avicii
5 Davide Astori

Cosa significa…
1 Sessista
2 Ipovedente
3 LOL
4 Filantropo
5 Scopofobia

Perché…
1 Si festeggia l’8 marzo
2 I giocatori hanno un segno rosso in faccia
3 Fedez e J-Ax hanno litigato
4 Ilary Blasi ha la parrucca
5 Asia Argento non conduce più X Factor

Ricetta
1 Pastiera napoletana
2 Tiramisu
3 Carbonara
4 Colomba pasquale
5 Casatiello

Google 2018 – Österreich

Google Jahresrückblick 2018 – Österreich

Suchbegriffe des Jahres
1 Fußball WM
2 Avicii
3 Daniel Küblböck
4 Jens Büchner
5 Olympische Winterspiele

Promis & Aufreger Österreich
1 Niki Lauda
2 Roman Rafreider
3 Cesár Sampson
4 Pamela Rendi-Wagner
5 Udo Landbauer

„Was…?“ Fragen
1 Was ist los in Wien?
2 Was soll ich kochen?
3 Sodbrennen was hilft?
4 Was sind Permanenzen?
5 Was ist mein Auto wert?

Themen des Jahres
1 Zeitumstellung
2 Volksbegehren Rauchverbot
3 Frauenvolksbegehren
4 Artikel 13
5 DSGVO

„Wie…?“ Fragen
1 Wie viele Längengrade umfasst eine Zeitzone?
2 Wie wird das Wetter?
3 Granatapfel wie essen?
4 Wie viele Wochen hat ein Jahr?
5 Wie lange dauert Überweisung?